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Zehntes Capitel. Weheſtand.
Natürlich folgten die eben geſchilderten Zu⸗ ſtände ſich nicht ſo Schlag auf Schlag, wie ich ſie hier erzähle. Vielmehr ſloſſen Jahre darüber hin, bevor wir uns der gegenſeitigen Enttäuſchung ſo bewußt wurden, wie es denn zuletzt allerdings der Fall war.
Und auch dazwiſchen lagen immer wieder ein⸗ zelne Epochen, wo wir Beide mit aufrichtigem Her⸗ zen eine Verſöhnung anſtrebten, und wo namentlich ich den angeſtrengteſten und eifrigſten Willen hatte, eine wahrhaft hingebende, treue und redliche Gattin zu ſein.
Aber leider war das Unkraut des gegenſeiti⸗ gen Mißtrauens bereits zu tief gewurzelt, als daß unſere redlichſten Anſtrengungen eine mehr als vot⸗ übergehende Beſſerung zur Folge gehabt hätten; gebrochene Glieder laſſen ſich heilen, aber gebrochene Herzen nicht.
Nun geſchah es, daß zu dieſen innerlichen Kämpfen und Sorgen ſich im Laufe der Zeit auch noch die äußerliche Sorge des täglichen Lebens 1856 X. Helene. III. 16


