Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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und daß es nur ein Opfer war, das er meiner jun⸗ gen Mutterfreude nicht hatte abſchlagen wollen. Auch zeigten ſich die Folgen bald und auf eine für mich tief erſchütternde Weiſe. Unſer Knabe wuchs heran und ohwohl er ohne Geſchwiſter blieb und alſo füglich den ganzen Schatz unſerer Elternliebe auf ſeine eine kleine Perſon hätte vereinigen müſſen, ſo zeigte Rudolph doch nur eine ſehr geringe Theil⸗ nahme für ihn. Das Kind war nicht ſchön, im Gegentheil, es war recht häßlich; auch entwickelte es ſich langſam und machte uns durch ſeine häufigen Krankheiten vielfache Noth und Sorge. Das Alles verſtimmte Rudolph und gab ſeinem Verhältniß zu dem Knaben einen Ausdruck von Herbigkeit und Barſchheit, der ihm mein Herz völlig entfremdete. Freilich überraſchte ich ihn einige Male, wie er ſich heimlich bei Nacht in die Kammer des Knaben ge⸗ ſchlichen hatte und ihn mit Blicken der innigſten Liebe und Zärtlichkeit betrachtete, während ſchwere heiße Thränen aus ſeinen Augen tropften. Aber das war immer nur, wenn er mich entfernt wußte; war ich zugegen oder hatte ich gar den Knaben auf dem Arm, ſo ſuchte er ordentlich etwas darin, ſein Vaterherz zu verſtecken und einen rauhen und kalten Ton gegen Sohn und Mutter anzunehmen.

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