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mich kalt und lieblos zu machen gegen den Mann, dem ich ſo viel verdankte und der ſich ſo innige und aufrichtige Mühe gab, meine Liebe, aber auch meine volle wahre Liebe zu gewinnen.
Freilich dauerte auch dies Bemühen ſeine Zeit. Rudolph war, wie wir ihn kennen: ein ſtolzer ſtarrer Geiſt, ſelbſtändig und eigenwillig bis zum Aeußerſten. Er konnte ſich freiwillig beugen, aber keinen fremden Druck ertragen; er konnte der Groß⸗ müthigſte aller Sterblichen ſein, wenn er es ſo beſchloſſen hatte, aber er konnte auch bis zur Grau⸗ ſamkeit hart und unbeweglich ſein, wenn er einmal entſchloſſen war, die Stimme ſeines urſprünglich ſo guten und edlen Herzens nicht zu hören.—
Von den Schwächen, die ſich im Lauf der Jahre in Rudolph's Charakter entwickelten und die mir die Bürde meines Lebens denn noch ſehr viel ſchwerer machten, ſind ohne Zweifel die meiſten durch mich erſt in ihn hineingelegt worden. Nur Hingebung erzeugt und erhält Hingebung; man kann ſelbſt nicht gut und herzlich bleiben, wenn man auf ein Herz angewieſen iſt, das Einem nur halb gehört und das bei jeder innigeren Annäherung ſich kalt und fremd in ſich ſelbſt verſchließt. Aber zu einigen Fehlern— dies
auszuſprechen bin ich mir ſelbſt ſchuldig— trug


