mein Herz gegen meine Pflichten zu verhärten und
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Liebe verwandeln, ſondern ſie würden auch im Stande ſein, das Traumbild zu zerſtören, das meiner Seele vorgaukelte. Allein nachdem ich dieſen Irrweg ein⸗ mal betreten, ſo wäre es nun auch meine Pflicht geweſen, feſt darauf auszuharren und das mit Zwang und Widerſtreben Begonnene durch Ernſt und Beharr⸗ lichkeit zu einer freien That meines Willens zu erheben.
Allein ſo wunderſam iſt das menſchliche Herz organiſirt und ſo unberechenbar ſind die Wege, auf denen wir uns von uns ſelbſt verirren, daß gerade das Gegentheil geſchah. So lange Rudolph mein Freund war, ſchätzte und verehrte ich ihn und freute mich ſeines Umgangs; da er mein Verlobter ward, fing ich an, mich vor ihm zu ängſtigen— und ſeit er mein Mann war, erregte ſeine Nähe mir ein unbezwingliches heimliches Grauſen. Vergebens kämpfte ich dagegen an, vergebens drückte ich gleich⸗ ſam die Augen meines Geiſtes feſt ein und warf mich blindlings in die Arme des ungeliebten Man⸗ nes: das verrätheriſche Herz war ſtärker als ich, es pochte, aber es pochte nicht für ihn, deſſen Arme mich umſchlangen, ſondern zwiſchen ihn und mich drängte ſich ein Traum, ein Schatten, ein weſenlo⸗ ſes Etwas, das bei alledem doch ſtark genug war,


