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ich meinem Gatten verweigerte, ſelbſt wo ich den Schein annahm, als würde ſie ihm zu Theil.
Von allen Verbrechen, die ein Menſch gegen den Andern begehen kann, iſt erheuchelte Liebe gewiß das ſchwerſte und das verderblichſte. Haß iſt ſchlimm,
aber lange nicht ſo ſchlimm wie dieſes heimliche Gift,
das täglich, ſtündlich an unſerm Herzen nagt und unſere Küſſe, unſere Umarmungen, unſere Träume verpeſtet! Gegen den Haß kann ich mich wehren; aber wer ſchützt mich gegen dieſe lächelnde Lüge, die ein Herz an mir begeht, das nur die Aeußerungen der Liebe erträgt und nichts von ihrem innern heili⸗ gen Feuer empfindet?! Dieſes Unrecht beging ich an Rudolph— be⸗ ging es, von dem erſten Augenblick an, da ich die Seine ward. Ganz gewiß, da ich mich einmal ent⸗ ſchloſſen hatte ihm meine Hand zu reichen oder beſſer geſagt, da mir der Muth gefehlt, ihm die wahre Lage meines Herzens zu entdecken, ſo mußte ich nun auch ſoviel Gewalt über mich haben, dem ein⸗ mal gefaßten Entſchluſſe treu zu bleiben; es war ein Irrthum geweſen, ohne Zweifel, und ſogar noch etwas Schlimmeres als ein Irrthum, da ich glanbte, die Gefüble der Achtung und Freundſchaft, welche ich
für Rudolph hegte, würden ſich nicht nur allmahlig in


