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kam kr nur in ſeltenen, gleichſam verſtohlenen Au⸗ genblicken auf das Schloß und dieſe waren dann ſo ausgefüllt mit den Ausbrüchen ſeiner Zärtlichkeit, daß es mir unmöglich war den verhängnißvollen Gegenſtand, der mir auf dem Herzen lag, zur Sprache zu bringen. Und wie konnte ich es überhaupt noch, nachdem ich ſeine Liebkoſungen angenommen? Wie konnten dieſe Lippen, auf denen noch das Feuer ſeiner Küſſe brannte, ihm ſagen: geh, ich will Dich nicht mehr, mein Herz gehört einem Andern?!
Endlich in der letzten Nacht vor dem Tage, an welchem die Trauung feſtgeſetzt, war ich zu einer Art von Entſchluß gekommen. Ich wollte Rudolph Alles geſtehen; ich wollte ihm Hermann's Schreiben zeigen, wollte ihm den Zuſtand meines Herzens offen darlegen und er ſelbſt mochte dann über mein Schickſal entſcheiden. Auch was es mit der geheim⸗ nißvollen Freundin auf ſich hatte, deren ich gegen ihn erwähnt, wollte ich ihm ehrlich bekennen; ich kannte Rudolph als Ehrenmann und wußte daher auch, daß das Geheimniß meiner unglücklichen Mutter bei ihm nicht minder gut verwahrt ſein würde als bei mir ſelbſt. Zu gleicher Zeit wollte ich an Hermann ſchreiben— oder noch beſſer, Rudolph ſelbſt ſollte es ſtatt meiner thun; wie ein Opfer, preisgegeben jedem


