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gar nichts mehr; ich befand mich in einem dumpfen traumhaften Zuſtande, der mich zu keinem Entſchluſſe kommen, keinen Gedanken faſſen ließ. Es hatte ja noch Zeit, Rudolph war ja noch nicht zuruͤck, es wußte ja noch Niemand von dieſem Briefe als ich..
Aber ſchon zwei Tage ſpäter war Rudolph da und mit ihm alle Papiere und Diſpenſe, und was er ſonſt irgend zu einer augenblicklichen Trauung be⸗ durfte. Er war überhaupt der Mann der raſchen Entſchließungen und in dieſem Fall hatte die Unge— duld des Liebenden ſowie der Wunſch, mich bald⸗ möglichſt von dem peinlichen Aufenthalt im Schloſſe der Gräfin zu befreien, ſeinen Eifer noch beflügelt In der Kirche des Dorfes, derſelben Kirche, in deren Umkreis das Grab meiner guten alten Dörte ſtand, ſollte unſere Trauung ſein und unmittelbar danach wollten wir eine Reiſe nach Paris antreten; ich hoffte dort irgend eine Spur meiner Mutter anzu⸗ treffen, deren plötzliches, unerklärliches Verſchwinden mich mehr und mehr beängſtigte.
Rudolph wohnte während der wenigen Tage, welche die Zurüſtungen zu unſerer Trauung noch erforderten, bei dem Prediger des Dorfes. Da er aus ſehr natürlichen Gründen jedes Zuſammentreffen mit dem Grafen Waldemar vermeiden wollte, ſo


