Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Dir liegen, wie die Ameiſenhaufen unter den Blicken des Adlers, der ſich im Sonnenglanz wiegt.“ „Nein, nein,“ fuhr ſie fort, indem ſie ſah, daß ich mir eine Einrede erlauben wollte:„unterbrich mich nicht, ich weiß ſchon, was Du ſagen willſt und komme Deinen Einwendungen zuvor. Ja, Du haſt Recht: wir Weiber ſind nicht dazu beſtimmt dieſen Flug des Genius zu fliegen und wo wir es dennoch verſuchen, da büßen wir die Grundlage unſeres We⸗ ſens ein, unſere uns von Gott angewieſene, ange⸗ borene weibliche Natur. Das Weib trägt die Schranke ſeines Geſchlechtes; Alles, was ſie iſt, was ihrem Leben Werth und Würde giebt, ſie iſt es und hat es Alles nur als Weib. Der Mann kann Ge⸗ ſetz und Sitte mit Füßen treten, er kann die Welt von oberſt zu unterſt kehren— immerhin, er kann dafür auch Thaten thun, welche dieſe Auflehnung gegen Geſetz und Sitte wieder gut machen, die Größe des Helden, die unſterblichen Schöpfungen des Dich— ters und Künſtlers können ſeine ſittlichen Verirrun⸗ gen verdecken und auslöſchen. Wir aber, mein Kind, wie wir den Boden der Sitte nur um ein Haar breit, ja nur in Gedanken verlaſſen, ſind wir auch verloren für immer. Wir ſind wie Pflanzen, die nur am mütterlichen Buſen der Erde gedeihen können: