Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32

hindurch auch nicht wieder um Dich zu bekümmern

— dies Unbegreifliche, woran Dein geſunder Sinn mit Recht Anſtoß nimmt, auch wenn Deine Lippe nichts davon zu äußern wagt, iſt nicht die kleinſte von den Laſten, die mich drücken. Und doch bin ich vielleicht nicht ganz ſo ſchuldig, wenigſtens in dieſem Punkte nicht, als ich ſelbſt in manchen Augenblicken mir erſcheine. Erwäge ſelbſt, mein Kind: angenom men, ich hätte um Deinetwillen die täglich neuen Mißhandlungen, denen ich im Hauſe jenes Elenden ausgeſetzt war, ertragen wollen— was hätte aus uns beiden in dieſem Hauſe werden ſollen? Schon die leiſe, von Dir kaum halb verſtandene Anſpielung

auf die abweſende, die wie Du glaubteſt, todte

Mutter— denn meine Namensveränderung ſchützte mich vor allen Nachforſchungen, auch wenn ſich Jemand die Mühe gegeben hätte, dergleichen nach mir anzu⸗ ſtellen— ſchon dieſe Anſpielungen und Stachelreden, ſage ich, haben Dich zu einem unglücklichen, ruhelo⸗ ſen Kinde gemacht und haben einen Schatten in Dein Leben geworfen, der bis auf die gegenwärtige Stunde reicht— und es iſt,“ ſetzte ſie ſeufzend hinzu,„noch die Frage, ob ſelbſt ihr Einfluß im Stande ſein wird, ihn zu verſcheuchen. Wie hätte das erſt werden ſollen, wenn Du und ich in dieſem