Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Wohnung in Florinens Vaterſtadt gemiethet, derſelben Stadt, wo der alte Herr von Eberſtein lebte und wo auch Adolph, der Beſtimmung ſeines Vaters gemäß, ſeinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Die Be⸗ ſuche in der geheimen Wohnung waren ſo häufig, die Ausflüge, die er am Arm der jungen, über Alles geliebten, durch das Geheimniß in ſeinen Augen nur doppelt bezaubernden Gattin machte, ſo rückſichtslos geworden, daß wenige Wochen genügt hatten, die halbe Stadt in das Geheimniß einzuweihen.

Als daſſelbe dem alten Herrn von Eberſtein zu Ohren kam, brach er in den fürchterlichſten Zorn aus. Noch wie ich ihn kennen lernte, einen gebrochenen, lebensmüden Greis, hatte er bei aller Freundlichkeit und Milde doch gewiſſe herbe Seiten, welche man ſich wohl hüten mußte zu berühren; wie mußte die Flamme ſeines Zornes nicht erſt gewüthet haben, da der halberloſchene Vulkan in ſeiner Bruſt noch in voller Kraft und Thätigkeit war!— Adolph, ſtolz auf ſeine Liebe und die Opfer, die er im Begriff ſtand ihr zu bringen, machte nicht den mindeſten Verſuch, dem zürnenden Vater die wahre Beſchaffenheit ſei⸗ nes Verhältniſſes zu der ſchönen Schauſpielerin zu verbergen oder ſeine Vergebung zu erflehen. Adolph war wohl urſprünglich eine harmloſe, nachgiebige