Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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niemals klug. Es iſt eben immer daſſelbe Spiel der Leidenſchaft, man wird müde dabei, aber doch niemals befriedigt; heute heißt er Waldemar und vor zwanzig Jahren hieß er Adolph— ach wie dies ganze Leben mir zur Laſt iſt! Aber beruhige Dich,“ ſetzte ſie raſch hinzu, da ſie ſah, wie mir die Thrä⸗ nen in die Augen traten,„der gute Adolph, Dein Vater, war doch beſſer als dieſer Waldemar und ich ſelbſt, mein Kind— ich ſelbſt war damals auch noch beſe Adolph— ſo war der Name alſo heraus. Auch erräth gewiß Jeder ſogleich, wer damit gemeint war Adolph von Eberſtein, der einzige Sohn meines alten väterlichen Freundes, das Urbild zu jenem Gemälde mit den friſchen rothen Wangen und den krauſen blonden Locken, welches, vom Trauerflor verhüllt, in ſeinem Zimmer hing, als ich daſſelbe zum erſten WMal betrat, und das ich dann am Fußende ſeines Sterbebettes wiederfand, gleichſam noch feucht vom Todesſchweiß, noch angeſtrahlt von den letzten ſehn⸗ ſüchtigen Blicken des ſterbenden Greiſes. O wie Alles nun auf einmal ſo wunderbar vor meiner Seele tagte! Jetzt verſtand ich, warum der alte Herr da⸗ mals ſo jählings in die Höhe gefahren war, als ich den Namen meiner Mutter Florine nannte; ich 1856. X. Helene. III. 2