uns ein; wie von einem Abgrund verſchlungen, liegt die ſelige Vergeſſenheit des Schlummers hinter uns, ohne nachzudenken, ohne uns zu beſinnen, wiſſen wir auf einmal Alles, was die Nacht mit gnädigem Schleier verbarg, ausgetilgt, verſchwunden, wie vom Blitz ver⸗
zehrt iſt der Friede, deſſen wir ſoeben noch genoſſen,
und nur die tiefe, tiefe Sehnſucht bleibt zurück nach einem anderen Schlummer, der noch feſter iſt und aus dem es kein Erwachen giebt. Ach, ſolcher Morgen habe ich in ſpäterer Zeit viele verbracht, unzählig viele— denn es giebt Qualen des Herzens, die mit jedem Morgen neu werden, es giebt Verluſte, die längſt verjährt ſind und doch niemals verſchmerzt. Umgekehrt aber giebt es auch nichts Seligeres und nichts, was die Seele mit ſüßerem Frieden er⸗ füllt, als das erſte Erwachen nach einem großen ungeahnten Glück, das plötzlich, wie aus Götterhän⸗ den, in unſer armes Leben hineingeſchneit iſt. Noch ſind wir nicht ganz erwacht und ſchon ſchwebt den noch halb betäubten Sinnen das Bewußtſein des
neuen Glückes vor, mit Behagen wiegen wir uns
in dieſem traumhaften Zuſtand und wenn wir uns endlich entſchließen das Auge zu öffnen, o wie der Tag dann ſo golden ſcheint, wie die Welt ſo ganz anders, ſo viel ſchöner, ſo viel liebenswürdiger gewor⸗


