Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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mildem gütigem Blick meiner Hantirung zuſchauend, ſagte ſie:

Wie glücklich Sie ſind, gutes Kind, daß Sie Sich in ſolcher kleinen Welt wohl fühlen! Was das traulich und nett iſt hier in Ihrem Stübchen! Und wie viel traulicher das noch in einem Herzen ſein muß, das niemals, mit keinem Wunſche, keinem Ver⸗ langen, über dieſe vier engen Wände hinausge⸗ ſchweift hat!

Und dann plötzlich wieder abſpringend, als wollte ſie ihre eigene Rührung gewaltſam unterdrücken:

Sie ſind hier, fragte ſie,was man ſo nennt Geſellſchaftsfräulein? Auch eine Stellung, vermuthe ich, fuhr ſie fort, da ich mit leiſem Kopfnicken und ſeltſamer Weiſe nicht ohne ein leiſes Erröthen bejahte:Auch eine Stellung, vermuthe ich, in welcher es Ihnen nicht an der Gelegenheit fehlen wird, ſich in der Tugend der Demuth zu üben einer ſehr chriſt⸗ lichen Tugend, wie man ſagt, aber gewiß keiner ange⸗ nehmen. Und wiſſen Sie, fuhr ſie fort, mich mit durchdringendem Blick anſchauend,von meinem Abenteuer mit dem Grafen?

Ich nickte wiederum.

Nun, rief ſie, mit ſtolzen Schritten das kleine Gemach durchmeſſend,ſo werden Sie auch verſtan⸗