Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Ich konnte nur meine Freude ausdrücken über einen Vorſchlag, der ſo ganz meinen eigenen Wün⸗ ſchen entſprach. Denn in der That fühlte ich mich von dem wunderbaren Weſen aufs Lebhafteſte ange⸗ zogen und betrachtete es als ein wahres Glück, noch eine Zeit in ihrer Nähe verweilen zu dürfen.

Wir traten alſo mit einander ein und wähtend ich mich bemühte, es meinem ſchönen Gaſt möglichſt behaglich und wohnlich in meinem Stübchen zu machen, warf ſie ſich auf meinen Divan, drückte das ſchöne Geſicht tief in beide Hände und ſchien ſich irgend welchen ſchmerzlichen oder tief aufregenden Gedanken zu überlaſſen. 3

Um jeden Anſchein zu vermeiden, als wollte ich ſie belauſchen oder mich ſonſt wie in ihre Geheim⸗ niſſe eindrängen, fuhr ich leiſe in meiner wirthſchaft⸗ lichen Beſchäftigung fort, rückte hier einen Stuhl, dort ein Kiſſen zurecht und nahm ſo dem Scheine nach von ihrer Anweſenheit nicht die geringſte Noriz.

Aber gerade dieſe Unbekümmertheit ſchien der Fremden zu gefallen. Als ich wieder in die Höhe ſah, hatte ſie ſich aufgerichtet; die Locken, halb auf⸗ gelöſt, fielen um die weiße Stirn, auf der ich jetzt allerdings bei genauerem Hinſehen einige leichte Striche, Ahnungen künftiger Ru kte. Mit