Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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ruinirt hatte, fand ſich Niemand, der Böſes von ihr ſprach oder auch nur den Rauſch bereuete, den er an ihrer Seite empfunden hatte und deſſen Nach⸗ wehen er jetzt noch ſo deutlich verſpürte: ſondern ſelbſt dieſe„abgelegten“ und zurückgeſetzten. Lieb⸗ haber, wie der Witz der feinen Welt ſie nannte, zählten noch immer zu ihren lebhafteſten Anhängern und widmeten ihr, wenn auch aus beſcheidener Ferne, eine Bewunderung, die nah, an Ehrerbietung grenzte.

In die Feſſeln dieſer gefährlichen Schönen war nun auch Graf Waldemar gerathen. Wiederum wäre das der alten Gräfin an und für ſich ganz genehm geweſen, Graf Waldemar ſollte und mußte in allen Stücken das Beſte haben, alſo mußte natürlich auch die berühmteſte Coquette der Hauptſtadt ſeine Ge⸗ liebte ſein. Geraume Zeit hindurch ſonnte ihre müt⸗ terliche Eitelkeit ſich in dem neuen Ruhme, der ihrem Sohne dadurch zuwuchs, daß er der erklärte Lieb⸗ haber der erſten Schönen der Hauptſtadt, einer der erſten Bühnenkünſtlerinnen Deutſchlands und der geiſt⸗ vollſten Frauen ihrer Zeit, war; ſo etwas gehörte ſich für Waldemar Graf Reichenau und wenn das kleine gute Kind, die Conſtanze, nicht noch gar ſo jung und unerfahren geweſen wäre, ſo wtch ſich ja 1856. IX. Helene. II. 2