Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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ſo ſehr choquiren, das unſchuldigſte und nothwen⸗ digſte Ding von der Welt ſind Woher ſollte ein junger Edelmann, der berufen iſt dereinſt eines der erſten Häuſer der Monarchie zu repräſentiren und,“ ſetzte ſie mit verbindlichem Lächeln hinzu,„einer unſrer liebenswürdigſten jungen Dame das Leben zu verſchönern— woher, ſagen Sie ſelbſt, Gräfin Conſtanze, ſollte er den Aplomb, die Gewandtheit und Sicherheit des Betragens, ja ſelbſt die Kenntniß des weiblichen Herzens lernen, deren er dereinſt be⸗ darf? Das ſind Studien, meine Liebe, zu denen wir zu gut ſind, die müſſen an untergeordneten Perſonen gemacht werden, wie ja auch der Arzt ſeine Studien nicht am lebendigen Leibe macht, ſondern an Leichen. Nein nein, mein gutes Kind, glauben Sie einer erfahrenen Frau: gerade daß Walde⸗ mar, wie Ihr trefflicher Vater zu ſagen beliebt, ein Don Juan iſt, gerade das iſt ein Beweis ſeines reinen, unverdorbenen Herzens; ſo lange er jedem ſchönen Geſicht nachläuft, ſo lange ſind ſeine Leiden⸗ ſchaften ungefährlich; erſt wenn Sie, was Gott ver⸗ hüte, einmal hören ſollten, daß er in den Feſſeln einer Einzigen ſchmachtet, dann allerdings, Conſtanze, dann haben Sie Grund zu zittern!“

Ach und auch dieſer Moment des Zitterns