Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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erhöhten Stimmung, in welcher der Geneſende ſich überhaupt befindet, ſind lebhafter und kräftiger.

Und dann noch eine ſehr liebenswürdige Seite, die Einen faſt mit der Krankenſtube ausſöhnen könnte: auch das Bedürfniß, Anderen unſere Liebe zu beweiſen, iſt lebhafter, unſere Hingabe inniger und zärtlicher; die Gefahr des Todes, in der wir ſchwebten, hat den Werth des Lebens erhöht, und wie wir gleichſam mit geſchärften und verfeinerten Sinnen das Blau des Himmels, den goldenen Glanz des Lichtes, die Süßigkeit der Luft, den grünen Schatten der Bäume genießen, ſo genießen wir auch die Liebe der Un⸗ ſern, dieſe Liebe, der wir neu geſchenkt ſind und durch die uns das Leben erſt wahrhaft zum Leben wird, mit erhöhtem Dank und doppelter Innigkeit.

So auch Hermann. Nicht nur ſein Geiſt hatte während der Krankheit ſichtlich an Klarheit und Reife gewonnen, ſondern auch ſein ſonſt etwas nüch⸗ ternes, gleichmüthiges Weſen hatte einen Schmelz der Empfindung, eine Innigkeit und Hingebung ge⸗ wonnen, die mich doppelt entzückte, weil ich es ja war, auf welche die erſten Strahlen dieſes Geiſterfrüh⸗ lings fielen. Wenn er mich anſah, ſo lag in ſeinem Auge ein Etwas, das ich früher nicht darin bemerkt hatte— ach, hätte ich es nie bemerkt! Oder nachdem 1856. I. Helene. II. 4