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krampfhaftem Grimm in die Kiſſen ſeines Lehn⸗ ſtuhls griff.
Man wird es unter dieſen Umſtänden natürlich finden, daß ich Tante Fränzchen ſo viel wie möglich aus Hermann's Rähe entfernt zu halten ſuchte und deshalb mit Vorliebe alle jene kleinen Dienſtleiſtun⸗ gen übernahm, welche die Pflege des Geneſenden er⸗ forderte. Vielleicht mag dabei auch ein kleiner Ego⸗ is mus zu Grunde gelegen haben: es ſchien mir billig, daß ich, welche die Gefahren und Laſten des Kran⸗ kenbettes getheilt hatte, nun auch die Erſte und Nächſte ſei, welche die Roſen der Geneſung auf den Wangen unſeres Patienten wieder aufblühen ſähe.
Auch zeigte ſich Hermann ſelbſt mit dieſer Ein⸗ richtung vollkommen zufrieden. Für junge Leute in Hermann's Alter ſind ſolche lebensgefährliche Krank⸗ heiten, wie er ſoeben durchgemacht hatte, nicht ſelten von einer Art moraliſcher Kriſis begleitet: der ſieg⸗ reiche Kampf, den der Körper beſtanden hat, giebt auch der Seele einen neuen erhöhten Schwung, es iſt als ob der Geiſt irgend eine Hülſe geſprengt, eine Feſſel zerriſſen hätte, die ihn bisher zurückge⸗ halten, das Hirn arbeitet ſchneller und kräftiger, das Herz empfindet wärmer und tiefer, alle Eindrücke,
ſet es der Reiz der Neuheit, ſei es wegen der


