Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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ſich während ſeiner Abweſenheit erlaubt hatte, krank zu werden!

Die Beſorgniß darüber, die ihrem wirthſchaft⸗ lichen Sinne gewiß alle Ehre machte, mir aber doch ein wenig abgeſchmackt vorkam, verließ Tante Fränzchen keinen Augenblick und verdarb ihr den größten Theil der Freude, welche ſie über die Geneſung des Soh⸗ nes empfand. Ja ſo groß war dieſe Beſorgniß, daß ſie keinen Anſtand nahm, dieſelbe ſogar in Her⸗ mann's eigener Gegenwart zu äußern; ſie bat ihn zwar wiederholentlich, ſich nur ja recht zu ſchonen, fügte aber ebenſo regelmäßig die Erwartung hinzu, daß er doch wohl bis zur Rückkehr des Oheims voll⸗ ſtändig geneſen ſein würde, damit dieſer von ſeiner Krankheit nur ja nicht noch mehr Verdruß und Be⸗ ſchwerde hätte, als es leider ſchon ohnedies der Fall wäre.

Hermann war ein viel zu guter Sohn, um auf dieſe Ermahnungen jemals anders als mit ſtum⸗ mem Kopfnicken zu antworten. Doch ſah ich dabei jedesmal ſehr wohl, wie die helle Schamröthe das halb abgewandte Antlitz übergoß und wie die ſonſt ſo braune, derbe Hand, jetzt abgemagert und ange⸗ haucht von der Bläſſe des Krankenzimmers, mit