ich es einmal bemerkt hatte, hätte ich es da auch beſſer verſtanden und gewürdigt, mein Leben wäre dann nicht geworden, was es ward und ich brauchte heute nicht, mit zitternder Hand und bebendem Herzen, dieſe Bekenntniſſe eines verfehlten, verkümmerten Daſeins aufzuzeichnen!
Selbſt der Ton ſeiner Stimme war, ſo dünkte mich wenigſtens, ein anderer geworden, er war voller, kräftiger, männlicher und dabei doch weicher und zärt⸗ licher. Ich konnte nicht ſatt werden dieſer Stimme zu lauſchen; halbe Stunden lang ſaß ich und ließ den warmen weichen Ton in meine Seele ſtrömen; es war weniger was er ſprach, als daß er überhaupt ſprach, daß dieſe Lippe ſich noch bewegte, die vor kurzem noch ſo ſtumm, ſo ängſtlich in Fieberhitze ge⸗ brannt, daß Leben und Geſundheit auf dieſe Wange zurückgekehrt war, die ich vor wenigen Tagen noch ſo bleich, ſo verfallen geſehen hatte!
Ueberhaupt muß man mich nicht fragen, was das Glück dieſer Tage eigentlich ausmachte oder wovon wir uns unterhielten, wir zwei kleinen un⸗ wiſſenden Menſchen, den lieben langen Tag hindurch. Ich ſelbſt, indem ich an jene Zeit zurückdenke, ſtrenge mein Gedächtniß vergeblich an, mir einzelne Scenen, einzelne beſonders denkwürdige Aeußerungen zurück⸗
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