Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Wenn' undAber das Herz noch ſchwerer zu

chen, als es ohnedies ſchon iſt.

Dieſe Hoffnung alſo, an dem alten Chriſtian

einen Freund und Rathgeber zu haben und in from⸗ mem Wetteifer mit ihm das Andenken unſeres gemein⸗ ſamen Gönners lebendig zu erhalten dieſe ſchöne kindiſche Hoffnung war geſcheitert, in demſelben Augen⸗ blick da ſie entſtanden war. In meiner häuslichen Umgebung aber, wie ich das ſchon früher geſchildert habe, fand ich Niemand, der auf meinen Schmerz ſo einging und ihn ſo mit mir theilte oder doch wenig⸗ ſtens meine Klagen ſo geduldig mit anhörte, wie mein junges kindiſches Herz es verlangte. Man erwäge nur, daß es der erſte Todesfall war, der mich betraf, der erſte ſchroffe Riß, mit dem die uner⸗ bittliche Hand des Schickſals in den engen ſtillen Kreis meines Lebens hineingriff. Wem aus ſeiner eigenen Jugendzeit das Gedächtniß ähnlicher Ereig⸗ niſſe noch nicht ganz verſchwunden iſt, der wird auch wiſſen, wie tief wir einen ſolchen erſten Verluſt empfinden und wie unmöglich es uns dünkt, daß die Wunde des Herzens ſich jemals wieder ſchließen könne. Ja wir wünſchen, wir wollen nicht einmal, daß ſie ſich ſchließe, wir würden es nicht dulden, wenn ſie ſich ſchließen wollte. Dem jungen Herzen iſt Alles ſo