im Grunde wäre ich ganz froh, daß der alte Herr (wie ſein garſtiger Ausdruck lautete)„um die Ecke.
Vergebens berief ich mich auf meine Thränen ſowie auf die vieljährige Bekanntſchaft, die mich dem alten Herrn verbunden und die zahlreichen Beweiſe von Theilnahme, Wohlwollen' und Güte, welche er mir im Lauf dieſer Jahre gegeben. Emil blieb dabei, daß das Alles bloße Verſtellung und da ich fortfuhr, mit Heftigkeit zu widerſprechen, ſo beugte er ſich endlich zu mir herüber und mit ſeinem ſchadenfrohe⸗ ſten Lächeln, indem er ſeine Lippen dicht an mein Ohr legte:
„Nun denn,“ flüſterte er,„willſt Du mir wirk⸗ lich einbilden, Du kleiner Grasaffe, Du hätteſt Dich nicht ſeit Längerem darauf geſpitzt, Erbin des verſtorbenen Herrn von Eberſtein zu werden?“
So wenig lächerlich mir zu Muthe war, ſo mußte ich bei dieſem tollen Einfall doch laut auflachen.
„Nun wahrhaftig,“ ſagte ich,„da weißt Du mehr als ich, guter Emil.“
„Ja, das weiß ich auch,“ verſetzte er mit bos⸗ hafter Gelaſſenheit,„ich weiß zum Beiſpiel auch, wer ein gewiſſer Herr Adolph geweſen iñ und 5 Madame Florine...
Ich ſprang entrüſtet empor.
1856 vIII. Helene. I. 15


