Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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Stunden zuruͤck, die ich hier von meiner früheſten Kind⸗ heit auf einſam und vergeſſen zugebracht; die Vet⸗ tern, von der geiſttödtenden Schreiberarbeit ermüdet, hatten ſich bereits zur Ruhe begeben, die Mondes⸗ ſichel lugte freundlich über die hohen Dächer, kein Lüftchen rührte ſich und deutlicher und ſtrahlen⸗ der denn ſeit langem trat die Traumgeſtalt Flori⸗ nens, meiner angebeteten unglücklichen Mutter, vor meine Seele. Ich empfand einen tiefen ſtechenden Schmerz, daß ich ſie ſo lange hatte vergeſſen können, ſehnſüchtig breitete ich die Arme, als könnte ich ſie umſchließen... 6

Da plötzlich ſtand mein Oheim vor mir; war es die unheimliche Beleuchtung des Mondes oder was ſonſt, genug, er ſah ganz leichenfarb aus, ſo daß ich Mühe batte, das kreideweiße Antlitz von der hohen weißen Binde zu unterſcheiden, die er auch bis zum ſpäten Abend nicht ablegte.

Ich erſchrak heftig, das Gewiſſen ſchlug mir Und mit Grund. Herr Nonnemann, der, wie wir noch nicht vergeſſen haben, in allen Stücken ein richtiger Mann nach der Uhr war, hatte ein ſchwe⸗ 3 res Verbot erlaſſen, daß Niemand von uns nach einer beſtimmten Stunde des Abends den Garten mehr betreten ſollte; Ordnung regiere Staat wie Haus

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