ſuchte ihn damit zu tröſten, daß, was bie Natur vernichtet, auch allemal von der Natur wieber her⸗ geſtellt wird.
Doch wollte er von keinem Troſte wiſſen. Na⸗ mentlich konnte er ſich über die Verwüſtung unſerer kleinen Baumpflanzungen nicht zufrieden geben. Gras und Blumen, meinte er, wüchſen ſchon wieber, aber ſo ein Baum, das ſei allemal wie ein Stück Men⸗ ſchenleben. Neue Bäume könne er wohl pflanzen, o ja; aber er zähle ſiebenzig Jahre und was ihm ein Baum nütze, den er nicht mehr in Blüthe ſehen ſolle?
Ich kenne dieſe Art der Leute zu gut, um wei⸗ ter mit Vorſtellungen in ihn zu dringen ein ſieben⸗ zigjähriges Leben darf wohl auch für ſeine Irrthümer und Launen ein wenig Nachſicht fordern. Ich ent⸗ ließ ihn alſo mit dem Verſprechen, mich, ſobald das Waſſer ſich ein wenig verlaufen, alsbald ſelber auf die Unglücksſtätte zu begeben und die Verwüſtung in Augenſchein zu nehmen; theils wußte ich, daß dies die beſte Art wat, ihn auf andere Gedanken zu bringen, theils wünſchte ich auch noch über Nacht auf Mittel und Wege zu denken, wie dem Schaden
in möglichſter Kürze abzuhelfen.
Der Abend dämmerte bereits, als ich kam, mei⸗ nen Vorſatz auszuführen 1856. VIII. Helene. I.


