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noch eine Kraft bei, die es in den Stand ſetzt ſich von ſeinem Falle wieder aufzurichten und ein neues glücklicheres Daſein zu beginnen. Es iſt kein Leid ſo groß, kein Irrthum ſo peinlich, ja ſelbſt keine Schuld ſo ſchwer, daß ein ernſter feſter Wille ſie nicht dennoch überwinden könnte. Glücklich die rei⸗ nen, kindlichen Seelen, welche die Woge des Lebens ſo leicht dahin trägt, daß kein Stäubchen jemals ihre luftigen Schwingen befleckt! Aber wenn wir jene glück⸗ lich preiſen, ſo wollen wir auch Ehrfurcht haben vor 1 den minder glücklich organiſirten, den leidenſchaftli⸗ cheren Gemüthern, die eben deshalb den Gefahren des Lebens mehr ausgeſetzt ſind und ſich erſt durch Untiefen und Klippen, durch Stürme des Schickſals wie des Herzens, durch eigene wie durch fremde Schuld, hindurcharbeiten müſſen zu einem friedlichen, glücklichen Ende. Jene können wir blos bewundern, dieſe aber, die Vielgeprüften, uns ſo ähnlich in ihrer Schwachheit und dabei doch ſo ſtark in dem Kam⸗ pfe gegen ſich ſelbſt und das eigene widerſpenſtige Herz— dieſe dürfen wir lieben, zu dieſen faſſen wir Vertrauen, unter dieſen ſuchen wir unſere Freunde und Rathgeber.
Und in der That liegt in ihrem Leben eine köſtliche Lehre: nämlich dieſe, daß der Menſch in


