Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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der Tod geſchlagen, waren bei Weitem nicht die ſchmerzlichſten, aus denen dies Herz einſtmals geblu⸗ tet. Dies Auge, das jetzt ſo klar, ſo friedlich leuch⸗ tete, ein wahrer Spiegel der Seele ahnten Sie, daß es einſt überfloß von verzweifelnden Thränen, Thränen der Reue und des Schmerzes über ſich ſelbſt? Dieſe feine weiße Hand, die nur geöffnet war, um Andern Gutes zu thun hätten Sie es für möglich gehalten, daß ſie einſt krampfhaft nach dem Herzen zuckte und in ſprachloſem Jammer die⸗ ſelben Locken zerraufte, die uns jetzt ſo ehrwürdig, ſo heilig erſchienen?!

Das menſchliche Herz iſt unergründlich; wir

leben an einander hin, Jahrelang, ja ein ganzes Leben, und erſt wenn es zu Ende iſt und das Grab mit

ſeinen Schauern hat ſich auf ewig zwiſchen uns ge⸗ drängt, dann erſt geht uns eine ſchmerzliche Ahnung auf, wie wenig wir einander verſtanden, wie wenig wir gethan haben, die geheimen Schmerzen des Andern aufzuſpüren und zu lindern. Es iſt einer der niederſchlagendſten Ge⸗ danken, die mich zuweilen beſchleichen, daß vft gerade diejenigen, die einander am nächſten ſtehen und ſich am liebſten haben, bei alledem eine ſo ängſtliche Scheu hegen, gewiſſe geheime Tiefen des Herzens vor einander aufzuſchließen; man ruht in dem allge⸗