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ein jüngeres Weſen, das mein Herz ſchon damals gefeſſelt hielt und das ſeitdem, mit ihrem Segen
und mit dieſen Geheimniſſen ihres Lebens, als köſt⸗
lichſtes Erbtheil auf mich übergegangen iſt. Aber auch Sie, mein Freund, ſonſt ein ſo nüchterner, ſo ſcharfſichtiger Beobachter, auch Sie fühlten ſich von dem ſtillen Walten unſerer Freundin wunderſam ergriffen und geſtanden mir oftmals mit begeiſterten Worten, daß dies die liebenswürdigſte, die vollkommenſte Matrone, die Sie in dem bunten Lauf Ihres Lebens jemals kennen gelernt...
Kamm Ihnen damals wol je der Gedanke, hätten Sie es für möglich gehalten, theurer Freund, daß dieſes anſcheinend ſo friedliche, ſo klare Leben einſt von ſo furchtbaren Stürmen erſchüttert war? Wir wußten nur von äußeren Unglücksfällen, welche unſere Freundin betroffen; wir wußten nur von der furcht⸗ baren Ernte, welche der Tod in ihrer Umgebung gehalten und blickten daher mit doppelt ängſtlicher Rührung auf jenes liebliche, jenes frühlingsgleiche Kind, das ihr als die einzige Freude ihres Lebens, der einzige Stab ihrer Hoffnungen zurückgeblieben war. Und doch ſchlummerten auf dem Grunde die⸗ ſes ſcheinbar ſo gleichmäßigen Daſeins noch andere, noch ſchrecklichere Erinnerungen; die Wunden, welche
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