Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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Augenblick wieder das Bild unſerer geſchiedenen Freun⸗ din vor mich tritt! Ich ſehe die zarte ſchlanke Geſtalt, der ſelbſt das Alter nichts von ihrer Hoheit und Grazie hatte nehmen können; ich ſehe das feine ſtille Lächeln, das die blaſſen Lippen umſchwebte und das ſo wunderbar gut ſtand zu dem ehrwürdi⸗ gen Schnee, mit dem das dichte blonde Haar ſich bedeckt hatte; ich ſehe das tiefe braune Auge voll jugendlichen Glanzes, mit dieſem unbeſchreiblichen Ausdruck von Wohlwollen und Güte, einer Güte, welche, gleich der Sonne Gottes, ſtets dieſelbe war gegen Gerechte und Ungerechte; ich höre den leiſen weichen Tritt, mit dem ſie einherſchritt in unermüdli⸗ cher Thätigkeit, überall ſchaffend, überall Rath, Troſt, Hilfe ſpendend; ich höre, ich höre jene Stimme voll unendlichen Wohllauts, die ſich ſo ſanft, ſo mild an das Herz des Hörers ſchmiegte, daß ſelbſt der Ver⸗ ſtockteſte ihr nicht widerſtehen konnte.. O mein theuerer Freund, wie oft haben wir dies und Anderes an unſerer Freundin bewundert! wie oft haben wir ihr Alter glücklich geprieſen, das ſo friehlich, in ſo ſchönen, ſo harmoniſchen Schwin⸗ gungen dahin floß! Meine Bewunderung, ich geſtehe es, war nicht immer ganz ohne Eigennutz; es gab, wie Sie wiſſen, in der Nähe unſerer Freundin noch