in dieſer für ſie ſo hochwichtigen Angelegenheit ſchenken wollte. Es gab noch einen andern, ei⸗ nen ältern Freund, der ihrem Herzen noch theu- rer war und dem ſie unmöglich ein Recht ver⸗ weigern durfte, das ſie im Begriffe ſtand, einem Fremden einzuräumen. Und wenn Reinhold auch nie eine Sylbe von Dem erfuhr, was zwi⸗ ſchen ihr und Herrn von Lehfeldt verhandelt werden ſollte, und wenn er ſelbſt auch keine Ahnung davon hatte, welchen Schritt ſie zu thun im Begriff ſtand— ſie hätte es ſich ſelbſt nicht verzeihen können, ihr Gerechtigkeitsgefühl (ſo wenigſtens nannte ſie es bei ſich ſelbſt) ge⸗ ſtattete ihr nicht, daß Reinhold, der Freund und Gefährte ihrer Jugend, ihrem Vertrauen ferner ſtehen ſollte als eine Bekanntſchaft, die von ſo viel jüngerm Datum war!
Vielleicht kam auch noch etwas Anderes dazu; vielleicht war es auch ein gewiſſer mädchenhaf⸗ ter Inſtinct, der ſie dabei leitete, da allerdings


