280
ſie mit daguerreotypiſcher Genauigkeit auf. Draußen auf der Straße wurde gekehrt und geſprengt, und doch ſieht Druck nur auf den Knecht und das Waſſergefäß, er ſieht nur die Strahlen dünner werden, und plötzlich ſtocken, er ſieht nur, daß der Knecht die Kanne niederſetzt und nach der Mütze greift, und dieſe zum Gruße lüftet, dann ſieht er, daß Jemand, den Gruß erwidernd, den Hut zieht, und daß Jemand im blauen Rocke und mit funkelnder Uhrkette über die Straße daherkommt und— wahrhaftig! das iſt der Rentier Mohrenhaupt, und noch ehe Bruck ſich erſt beſinnen kann, tönt ſchon die Glocke und der alte be⸗ kannte Nachbar ſteht im Laden. Er kommt heute nur um wenige Stunden ſpäter als gewöhnlich, und doch ſteht ſeine Erſcheinung zu der Umgebung in einem außergewöhnlichen, man möchte ſagen, ſonntäglichen Verhältniß. Der Rentier grüßte in ſeiner alten gemüth⸗ lichen Weiſe, ließ ſich auf den Stuhl nieder und ſtrich ſich mit beiden Händen die Schenkel, während er ſeine Augen im Gewölbe überall umherſchweifen ließ, als ſei der Laden mit ſeinen hochaufgeſtapelten Vorräthen eine Ausſtellung, in welcher er ſich für ein erlegtes Eintrittsgeld zu vrientiren das Recht hätte. Leidlich fuhr in ſeiner Beſchäftigung zum Scheine fort, aber man konnte ſeinem halb abgewendeten Geſichte anſehen,


