Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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eingebildet ſie zu lieben. Und wenn es dem Andern gelang, ihr Herz zu erobern, ſo kam Leidlich wieder zu ſeinem Gelde, das er an die koſtſpieligen Verſchöne⸗ rungen des Ladens gewendet hatte.

Nach und nach gewann in Leidlich das materielle Intereſſe aber doch entſchieden die Oberhand, es wurde ihm bange um ſein Geld, und um die Entſcheidung ſchnell herbeizuführen, bot er ſich zu einem Opfer an, welches glänzend bewies, wie tief die Einbildung, daß Mathilde ihn wirklich geliebt habe, in ihm wurzelte. Leidlich wollte nämlich das Gerücht verbreiten, daß er ſich mit einer auswärtigen jungen Dame verlobt habe. Dies würde Mathilden nicht allein die letzte Hoffnung rauben, ſondern ſie vielleicht zu dem ver⸗ zweifelnden Schritte treiben, Druck's Bewerbung nun ohne Weiteres anzunehmen. Druck war hierüber ſo überraſcht, daß er ſich nicht enthalten konnte, endlich mit der Wahrheit hervorzutreten und ſeinem Aſſocié auseinanderzuſetzen, wie ſehrer ſich von jeher über Ma⸗ thilden getäuſcht habe. Aber Leidlich glaubte von Allem was Druck ihm verſicherte, keine Silbe. Sein Ehrgeiz empörte ſich, er ſchwor, daß er Druck vom Gegen⸗ cheil überzeugen wollte und faßte den jähen Entſchluß, ſeine Bewerbungen um die Hand der reichen Erbin dem übermüthigen Aſſocié zum Trotzvon Neuem wieder