Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Ihm nachträgliche Gelegenheit zu geben, ſeinen Gruß anzubringen, ließ ihr Stolz nicht zu. Auch hielt die weiche Gemüthsſtimmung nicht lange an, ſondern machte ſchnell einem bittern Grolle Platz: ſie hatte nämlich ſchon zu wiederholten Malen ganz verſtohlen ins Parterre hinabgeſchielt, ohne daß Druck zu ihr heraufgeſehen hätte. Das Schlimmſte aber ſollte noch kommen: eine junge Dame verlor aus der Par⸗ terreloge ihr Taſchentuſch, und der Erſte, der ſich bückte und es aufhob, war Druck. Aber die Strafe folgte auf dem Fuße: Mathilde ließ ſich ſofort mit ihrem Nachbar, einem reichen Banquiersſohne, in ein Ge⸗ ſpräch ein, und als ſie bemerkte, daß Druck ſie mit blitzenden Augen beobachtete, wurde ſie nur noch lie⸗ benswürdiger und redſeliger gegen den entzückten Ban⸗ quiersſohn. Sie entſchädigte Druck aber für die Qualen der Eiferſucht, indem ſie ihmendlich doch noch einen anmuthigen Gruß zunickte, worauf ſie ſogleich gegen den Banquiersſohn kälter wurde, ſo daß dieſer nun nicht wußte wie ihm geſchah. Es war vorauszuſehen, daß Druck nach Schluß der Vorſtellung im Korridor Mathilden erwarten und ihr ſeinen Arm anbieten würde. Das erwog auch Mathilde, und ſchon war ſie im Begriff, der ſchmei⸗ chelnden Stimme ihres Herzens nachzugeben, als