Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Aber dieſer enge Gang mündete in einen zweiten gleich engen, dieſer in einen dritten, etwas ſchief lie⸗ genden Gang. Endlich blieb die Alte vor einer klei⸗ nen eiſernen Thür ſtehen. Dieſe erſchloß ſich, und eine ſchmale Steintreppe von ſechs Stufen führte auf⸗ wärts. Nun bot ſich eine breite, lichte und geräumige Vorhalle dar, dann ſprang wieder eine Thür auf, und geblendet vom reinſten Kryſtallichte vieler Lam⸗ pen prallte Chriſtoph Wunſch zurück.

Er ſtand in einem ovalen Raume, der, von einem bläulichten Lichte erhellt, mit einer Menge der ver⸗ ſchiedenartigſten Wohlgerüche geſchwängert war. An ſeinen Wänden reihten ſich rothe Ruhebette nach vrien⸗ taliſcher Sitte; über ihnen prangten hohe Bilder mit üppigen halbentblößten Frauengeſtalten, und die Decke enthielt das rieſengroße Bild des Donnergottes mit der Leda. Leiſe Klänge eines Saitenſpieles und ſüßen Sanges einer weiblichen Kehle waren ganz geeignet, die Phantaſie des Eintretenden noch mehr zu erhitzen. Auf drei kleinen Tiſchen von grauem Marmor ſtan⸗ den mehre Flaſchen aus feinſtem Kryſtallglaſe mit feurigen Weinen gefüllt, zwiſchen blinkenden Silber⸗ geſchirren, in welchen dunkle Trauben und hochrothe Baumfrüchte zum Genuſſe einluden.

Ehe Chriſtoph Wunſch noch alle Eindrücke dieſer

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