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Neuſtadt führte. Der junge Mann, begeiſtert von dem Gedanken, daß die langerſehnte Stunde eingetreten ſei, und daß er die, die er im Stillen ſo heiß liebte, nun von Angeſicht ſehen und ihr Aug' in Aug' ſo Vieles, unendlich Vieles ſagen werde, beflügelte ſeine Schritte. Wie ein Trunkener, alles Andere um ſich herum vergeſſend, ſtürzte er dem Knaben nach, ohne zu merken, wo er hineile. Es war ihm, als rieß ihn ein brauſender Bergſtrom abwärts, tiefer immer tie⸗ fer in die Lilienweißen aus dem grauen Seenebel ent⸗ gegengeſtreckten Arme der lieblichen Seejungfrau. Jetzt bog er in die Neuſtadt ein, ging aufwärts durch die Brandgaſſe und über den weiten Viehmarkt einer lan— gen Gaſſe zu, deren Häuschen mit ihren runden klei⸗ nen Fenſtern ausſahen wie Spinnengewebe, die zahl⸗ los unter dem Gebälke des Daches hängen, und in deren Winkeln die böſen Inſekten lauern, die auf vor⸗ überſchwirrende Goldfliegen hervorſchießen, ſie um⸗ ſpinnen und... tödten!
Jetzt fiel die kleine Eichenthür eines Häuschens hinter Chriſtoph Wunſch in ihre Angeln und er ſtand in der von einer kleinen flackernden Lampe zweideutig erhellten engen Vorhalle abgeſchloſſen von der Außen⸗ welt. Das Häuschen, in welchem er ſich befand, bot von Außen mit ſeiner Fläche kaum eine Breiten⸗
1861. XI. Ein böhm. Student. IM. 2


