gen Manne verargen, daß er am nächſten Abende, als das letzte Viertel des Mondes einging, ſich der Wei⸗ ſung der Zigeunerin gemäß vor dem eiſernen Käfige am Altſtädter Ringe neben dem großen Rohrkaſten einfand, der einſt ſehr berühmt war, unn aber ſchon ſeit langen Jahren verwüſtet iſt. Nicht weit von dieſem Brunnen ſtand ein Käfig, aus ſtarkem Eiſendraht geflochten, den am 15. Juni 1551 der damalige böhmiſche Statthal⸗ ter Erzherzog Ferdinand aufſtellen ließ. Hier wurden alle Perſonen halb entblößt eingeſperrt und mehre Stunden feſtgehalten, welche ſich allzu zügellos betra⸗ gen und gegen Zucht und Sitte gefrevelt hatten. Erſt im Jahre 1786 entfernte man ihn, da Kaiſer Joſef damals alle eiſernen Käfige, Pranger, Rabenſteine ꝛc. niederzureißen befahl. Erzherzog Ferdinand muß,— meint Profeſſor Schottty— vollgültige Urſachen zu ſolcher Strenge gehabt haben, denn wirklich waren die Sitten in dem damaligen Prag ſehr in Verfall gera⸗ then; ſo äußert ſich über jene Tage der gut unterrich⸗ tete Arzt Hypolitus Guarionius auf Seite 277 ſeines „Gräuels der Verwüſtung:“„Die Töchter laufenallent⸗ halben herum ohneeinige Zuchtund Ehrbarkeit, bei Tag ſowohl als nächtlicher Weil, da man ihnen ganz freien Willen zu allen ihren Lüſten vergönnt, zum Tanzen, zum Haingarten oder Ständerling und leichtfertigen
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