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der Stadt Prag den Saal. Nur der greiſe Rabbi Bezalel Löw hielt den Primator zurück. Er wollte ihm, der ſchon ſo manche treffliche Maßregel vorge⸗ ſchlagen, noch den beſonderen Dank der Stadt und ſeine vollſte Anerkennung ausſprechen. Da ward nun manch' menſchenfreundliches Wort gewechſelt, denn der Primator achtete hoch den edlen anſpruchloſen Rabbi, den Mann des Rathes und der That, der ſtets das Gemeinnützige und Gute förderte, für ſich ſelbſt aber nie etwas begehrte, und ſelbſt die goldene Ehrenkette abgelehnt hatte, welche der Primator für ihn bei Sei⸗ ner kaiſerlichen Majeſtät einſt hatte antragen wollen.
„Aber,“— fiel der weiſe Rabbi dem Primator in's Wort, als dieſer an den eben erwähnten Umſtand angeſpielt—„wahr iſt es, daß ich nie etwas für mich begehrt habe. Ich habe geſucht in meinem langen Le⸗ ben ſtets nur zu gleichen der Wachskerze, die ſich all⸗ mälig ſelbſt verzehrt, um für Andere Licht zu ſpenden. Aber edler, geſtrenger Herr, jetzt ſteht die Kerze an der Neige, bald wird ſie ſein herabgebrannt bis auf das letzte Stümpfchen des Dochtes, und der große Meiſter, der ſie einſt ſchuf, wird das Häuflein Aſche, welches von ihr bleiben wird, nehmen, und es zu dem großen Aſchenhaufen werfen, der da genannt wird die Erde.— Da möchte ich aber, ehe mich der Gott mei⸗


