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verwandten nach dem Tode ihrer Mutter vorgeblich in ſeine Vaterſtadt Nürnberg abholen, ſodann aber auf ſein Schloß bringen ließ, um ſich mit ihr zu vermählen. Anna zählte ſechzehn Sommer, und ein Jahr noch hatte ihr der Ritter, gleichſam durch eine höhere Macht getrieben, Zeit gelaſſen— dann ſollte ſie unwiderruflich ſein Weib werden.
So ſehr aber Ritter Siegfried ſein Bräutchen vor den Angen der Welt verborgen zu haben glaubte, ſo wenig war ihm dies gelungen.
Roger von Löwenfeld, ein junger Edler, deſſen kleines Beſitzthum unfern der böhmiſchen Grenze lag, hatte ſich bereits in Laa mit Anna verlobt, und gleich einem Donnerſchlag traf ihn die Nachricht, daß Anna nunmehr in Siegfrieds Händen ſei.
Der Lenz küßte bereits die Fluren, und in des Urwaldes dunklen Grenzen lagerten ſich die befie⸗ derten Sänger der Lüfte, ſowie die Schaar der Winterſchläfer in ihren Höhlen erwachte und dem Raube nachging. Seine Armbruſt in der Hand und den Falken am Arme trat Siegfried in das wohlbekannte Dickicht, durch welches er zum Fuße des gewaltigen Hirſchberges gelangte, wo er das Lager eines Wildbären aufzuſpüren und mitunter ſeinen Falken aufſteigen zu laſſen gedachte. Etwa


