254
Augen benetzt haben mochte, denn dieſes war wie von ſanftem Thau übergoſſen, wie eine Frühlings⸗ blume, die der Morgenſonne entgegenharrt...
„Margaretha!“ rief Derfflinger, und ſein Auge ruhte liebetrunken auf dem bleichen leidenden Ant⸗ litze des Mädchens, das halb erſchrocken halb freu⸗ dig unter Thränen lächelnd zu ihm aufblickte, und mit einem leiſen Rufe der Ueberraſchung die ſchönen Hände in den Schovoß ſinken ließ.
„Der ſchönſte Edelſtein, den ich Euch durch meinen Adepten bieten konnte,“ ſagte der Churfürſt lächelnd.—
Ein leiſer Ruf des freudigen Schreckens und der Ueberraſchung entfuhr dem Fräulein.
„Margaretha von Schaplow an der Spin⸗ del, in zartem Frauengewande!“ rief Derfflinger, und ſein Auge ſtrahlte.
„Das Schwert iſt des Mannes, die Spindel des Weibes,“ recitirte das engelſchöne aber todten⸗ bleiche Fräulein, ihr thränenſchweres Ange zu Boden ſchlagend, leiſe, während Derfflinger in ihr Anſchauen vertieft, wortlos daſtand.
„Macht ein Ende, Herr von Schaplow,“ mahnte der feurige Churfürſt,„raſch am Schlachtfelde wie im Palaſte— macht ein Ende, Herr von Schaplow,


