„als welcher in ſorgſamer Verwahrung des Gedächt⸗ niſſes ſeiner Heiratshiſtoria einen großen eiſernen Ring im Diameter der Pfarreiglocke verfertigen und vor dem Hauſe des Herrn Primator, an ſelbiger Stelle, wo ihm ſein Abenteuer arriviret war, einnie⸗ ten ließ.“
Und in der That iſt noch jetzt der eiſerne Ring von der Peripheriegröße der Stadtpfarrglocke vor dem Hauſe Nr. 36 auf dem Hauptplatze von Linz zu ſehen, und manch Wiener Handelsmann, wenn er die Linzer Oſtermeſſe befährt, frägt wohl, was die eiſerne
Fern von dieſem lärmenden Freudenklange in der Stadt ſaß in einem engen Hausgärtchen nächſt dem Gottesacker der St. Barbarakirche*) auf einem Strohſeſſel eine etwa dreißigjährige Frau mit ge⸗ ſenktem Haupte und tiefem Grame in den von früherer großer Schönheit zeugenden Geſichtszügen; ein langes ſilbergraues Kleid bedeckte ihre zum Tode abgemagerten Glieder und die bleiche Lippe küßte der ſanfte Weſtwind, welcher Blumenblüthen von den Gräbern der nahe Schlummernden, wie leiſe Mahn⸗
MDa wo gegenwärtig das Haus Nro. 547 des Linzer Lederfabrikanten Mayrhofer gebaut iſt.
1856. XVIII. Ein d. Schneiderlein. II. 15
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