Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Der Burgermeiſter wurde roth und blaß, er blickte auf die umſtehende Menge,— und war ein geſcheidter Mann, der da augenblicklich überlegte, daß er, um ſich nicht für immer lächerlich und un⸗ möglich zu machen, in den Handel, als einen bloß von ihm ſelbſt veranſtalteten Scherz eingehen müſſe.

„Kommt ins Haus,“ ſagte er mit erzwungenem Lächeln,„wir wollen die Glocke hernach taufen, vor der Taufe aber, ſo meine Nichte will, die Verlobung feiern.“ Und den zur Glockentaufe herbeſchiedenen und eben ankommenden Pfarrer mit einer Hand, den Paſ⸗ ſauer Fidel mit der andern ergreifend, enteilte der Primator dem Gewirre ins Haus; hier wollte er ſeinem Zorne vorerſt den freien Lauf laſſen. Aber der gute Alte war ein zu guter Onkel; als er ſeine Nichte in Thränen ſchwimmen ſah, und merkte, daß dieſe Herzens⸗Angelegenheit ſchon weiter gediehen ſei, als er glaubte, da machte er aus ſeiner früheren Aeußerung Ernſt, und Sabinchen und der Paſſauer Fidel waren noch an demſelben Tage die glücklichſten Verlobten.

Vier Wochen darauf führte Fidelis ſeine Braut heim, der dürre Rathsmann Erasmus Weithammer war der Einzige in Linz, der ſich darüber ärgerte, denn die ganze Stadt hatte, wie die Chronik berichtet, über den ſchmucken Sangmeiſter aus Paſſan ihr Ergötzen

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