Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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An jenem Abend aber, ſtreckte ſich Herr Prima⸗ tor Prunner noch ganz gemächlich der Länge nach auf ſein Lager nieder, indeß auf ſeinen Dachfenſtern und im Hofraume dicht am Hausthore Laternen aus⸗ geſteckt wurden und vier ſchießluſtige Knechte mit kurzen Armbrüſten verſteckt harrten, um dem unange⸗ kündigten Serenadenbringer, dem verwegenen Paſſauer Fidel mit Bolzen, die der immerhin gutmüthige Pri⸗ mator denn doch ſtumpf zu machen befohlen hatte, die derbe Lehre einzubrennen, daß er ſich nicht unge⸗ ſtraft mit dem Bürgermeiſter von Linz in einen ſo ungleichen Wettkampf einlaſſen dürfe.—

Aber die Stadtuhr hallte bereits die zehnte Stunde, und der Paſſauer Fidel erſchien nicht.

Die Nacht wurde immer düſterer, der halbe Mond verſchwand um halb eilf— und der feige Paſſauer Fidel erſchien noch immer nicht.

Primator Prunner hatte Befehl gegeben, ihn ſogleich zu verſtändigen, wenn der waghalſige Burſche am Thore erſchiene, aber es warb eilf Uhr und der Paſſauer Fidel erſchien noch immer nicht; das Haus war wohl verſchloſſen, und auf der nächtlichen Straße herrſchte Todtenſtille. Der Primator ſchellte, unge⸗ wohnt, länger ſeines Schlafes zu entbehren, ſeinem Leibdiener Wolfgang; der alte Beſchließer trat ein,