Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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eben heute die von den Landſtänden zur Hälfte be⸗ zahlte große Stadtpfarrglocke aus ſeiner Feldgieß⸗ ſtätte am Sandberge nächſt der Stadt hereinführen und vor ſeinem Hauſe am Hauptplatze abladen wolle, um ſie von der ſtändiſch⸗ſtädtiſchen Commiſſion beſich⸗ tigen zu laſſen und ein Weidliches an Geldſtücken in ſeinen Säckel einzunehmen; und da paßte denn die chätliche Ausweiſung eines ſtändiſchen Sangmeiſters keineswegs zu dieſer Function.— Er faßte ſich daher und ſagte blos, den Paſſauer vom Haupte bis zur Ferſe meſſend:

„Wie Ihr wißt, Herr Fidelis, iſt jeder Fami⸗ lienvater in ſeinen vier Wänden, und ſo wahr ſie dort oben die neu gegoſſene Glocke, welche ich für unſere Pfarrkirche verfertiget habe, an mein Haus heran⸗ führen, ſo wahr ſollt Ihr keinen Fuß mehr über meinen Rinnſaal ſetzen, denn kann ich Euch auch für jetzo nicht von dem Weichbilde der Stadt aus⸗ weiſen, ſo ſollt Ihr doch meinem Hauſe fern bleiben, wie ein ungebetener Gaſt, dem man die Thüre weiſt, wenn er ſich einfindet; verſtanden, Herr Fidelis?“

„Wohl verſtanden, Herr Primator,“ gegenredete Fidel, der Paſſauer;„Ihr wollt alſo das Band der treueſten Liebe und Anhänglichkeit, das mich an 1856. XVIII. Ein d. Schneiderlein II.—