208
„und darum ſollt Ihr auch ausgeſtäupt werden, wie ich es Euch verhieß, und ſollt' ich darüber meinen Sitz im Rathsſaale verlieren.“
„Wird nicht leicht angehen,“ erwiedert der Sänger mit leichter Jronie;„denn, ob ich mich zwar an Euer Verbot, die Stadt zu meiden, nicht im mindeſten kehre, da ich ein freier Bürger, und kein Geächteter bin— ſo habe ich doch abſonderlich heute große Urſach', Euren Bann zu übertreten, ſintemalen ich von dem Herrn Statthalter, Grafen von Lamberg, in's Schloß von Linz beſchieden bin, um nach abgelegter Geſangsprobe die Beſtallung als ſtändiſcher Sangmeiſter zu empfahen— ein Amt, das, wie Ihr, geſtrenger Herr, ſelbſt wißt, die ſtete Anweſenheit in Linz bedingt, und demnach Eure gutgemeinte Jurisdiction nicht geſtatten dürfte.“
Der Bürgermeiſter ſtand etwas verblüfft, und ſein Zukünftiger, Herr Erasmus Weithammer, zupfte verlegen an der Halskrauſe; beide hatten ſich in kurzer Juſtiz ihr Müthchen an dem Paſſauer Sänger kühlen wollen; ſeine bevorſtehende Ernennung zum ſtändiſchen Sangmeiſter lief wie ein rother Querſtrich durch ihre Rechnung.
Aber Herr Hanns Prunner, ſeines eigentlichen Gewerbes ein Glockengießer, dachte daran, daß er
*


