Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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der Lange—„denn wer eine Laſt von Jahren auf ſeinem Rücken trägt wie ich, und noch ungebeugt iſt, an den hat der Tod kein Anrecht....

„Seltſamer Menſch,“ rief der größere der Möuche, „wer ſeid Ihr, und was treibt Ihr hier in dieſem Geklüfte 2“

„Ich wandle die Fußſtapfen meines Erlöſers,“ entgegnete der Lange,„indem ich Wanderern die Wege weiſe, auf denen ſie ſich verirrt haben.“

Jetzt begann dertgrößere der Mönche den Mann aufmerkſam zu betrachten.

„Wie alt ſeid Ihr?“ fragte er.

„Ich altere nicht,“ entgegnete dieſer.—„Vor ſiebenzig Jahren ſah ich den Zapolya enden, und nach abermals ſiebenzig Jahren werde ich das Ende des Hauſes des ſiebenbürgiſchen Fürſten ſehen, ſollte mich auch mein Weg inzwiſchen in andere Erdtheile füh⸗ ren Aber ſeht,“ ſetzte er hinzu,„dort unten am Bergesabhange das weiße Jagdſchloß des Für⸗ ſten Georg, dorthin geht Eure Sendung.“

„Menſch, Du weißt—“ fuhr der Mönch auf.

„Daß Ihr den Fürſten ſucht,“— ſagte ruhig der Lange;„jetzt lebt wohl, erſpart Euch den Dank für meine Führung, der auf Euren Lippen ſchwebt— laßt die Dolche im Gürtel ſtecken, von mir habt