Ihr keinen Verrath zu befürchten, wenn Ihr aber im ſchwediſchen Lager anlangt, ſo betet für den grauen Geleitsmann in den Karpathen⸗Ausläufern— lebt wohl!“
Damit wandte ſich der Lange wieder den Ber⸗ gen zu und ſtieg, die Eiſenſpitze ſeines Stockes tief in den Kies bohrend, den nächſten Hügel hinauf.
„Noch einmal, wer ſeid Ihr?“ donnerte der größere Mönch—„das iſt Verrath,“ lispelte er ſei⸗ nem Begleiter zu.—
„Wir muſſen den ſeltſamen Mann anhalten!“ ſagte der andere.
„Steht,“ rief der erſte Mönch.„Ihr müßt uns Beſcheid geben oder....“ hier zog er ein blitzen⸗ des Piſtol aus der Taſche.„Redet,“ donnerte er, „wer ſeid Ihr!“
„Man nennt mich den ewigen Iuden,“ entgegnete der Lange ruhig, und ſchritt vor der Mün⸗ dung des abblitzenden Piſtols vorüber, den Berg hinauf, langſam und ruhig, ohne die beiden Mönche weiter eines Blickes zu würdigen.
Im nächſten Augenblicke verſchwand er hinter einem dichten Gebüſche. Der Abendwind pfiff ihm recht ſchaurig nach, und die breite Mondſcheibe trat hervor hinter dem Gewölke, als wollte ſie dem 1856. XVIII. Ein d. Schneiderlein. II. 3


