Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

258

Der Schwedenkönig lag alſo als Leiche am Schlachtfelde.

Noch ahnte aber Niemand in ſeinem Heere das inhaltsſchwere Ereigniß.

ein Brief des Freiherrn von Leubelfing, Stadtoberſten in Nürnberg. Sein Sohn war Page Guſtav Adolph's, focht und fiel mit ihm. Außer ihm befand ſich in der Um⸗ gebung des Königs der Hofmarſchall Kreilsheim, der Kam⸗ merherr Truchſeß, und der Herzog Franz Albert von Lauenburg, dann der Page Auguſt von Lenbelfing. Es galt, wie andere Schriftſteller erzählten, über die Land⸗ 1 ſtraße zu dringen und die kaiſerliche Batterie zu nehmen. Schon war dies gelungen, als die Schweden von der heranrückenden kaiſerlichen Reſerve zurückgedrängt wurden. Guſtav Adolph ſtellte ſich an die Spitze der flamändi⸗ ſchen Reiterei, deren Obriſt verwundet war, und überſprang mit ſeinem Roſſe den Straßengraben, um ſeiner be⸗ drängten Infanterie zu Hilfe zu eilen. Das Regiment war nicht im Stande mit gleicher Haſt zu folgen. Zudem ſenkte ſich Nebel herab, welcher veranlaßte, daß Guſtav Adolph mit ſeinen wenigen vorgenannten Begleitern unter die kaiſerliche Reiterei gerieth, von der er im Kampfe mehrere Soldaten tödteke. Aber ſein Roß erhielt einen Schuß durch den Hals, und er ſelbſt einen durch den linken Arm, wodurch dieſer zerſchmettert wurde. Er bat nun den Herzog von Lauenburg, ihn aus dem Gefechte zu führen, erhielt aber einen zweiten Schuß(von wem . iſt unbemerkt geblieben) durch den Rücken und ſtürzte vom Pferde, welches ihn eine Strecke weit fort ſchleppte.