220
ſeit neun Uhr Abends ſind wir in consilio— Gott befohlen, meine Herren, morgen zu Roſſe!“
Die Kriegsräthe entfernten ſich, der König aber winkte dem jungen Adjutanten, welcher die Hiobs⸗ poſt vom ſächſiſchen Heere überbracht hatte, zurück⸗ zubleiben.
„Wir haben uns bereits geſehen?“ fragte er, die Arme übereinander ſchlagend und den ſchönen Rittmeiſter mit ſeinem gewohnten durchdringenden Blicke firirend.
„Ja, Euer Majeſtät!“ entgegnete dieſer, ſtramm wie die perſoniſteirte Subordination daſtehend.
„Wo?“— fragte Guſtav weiter.
„Auf den Höhen von Wiederitſch an der Dübner⸗ ſtraße.“—„Bei Leipzig,“ ergänzte der König;„ganz recht! er war dem langen Fritz zur Seite, als der den grauen Marſchall von der Ligue aufs Korn nahm— und hieb mir am Laberbache den braven Oberſt Horn aus dem Kreuzfeuer der Wallonen heraus.“
„Euer Majeſtät haben nicht vergeſſen“— ent⸗ gegnete hocherglühend der Officier.
„Wer wird ſo etwas vergeſſen,“ eiferte Guſtav; „hab' ihm ja damals das Officierspatent zuſtellen laſſen, doch bei mir gilt nur der Mann und nicht


