17
und geſchieht nicht nach meinem Willen, ſo laß ich bei meines Vaters Bart den Burſchen auf den erſten beſten Ulmer Donaufahrer werfen und an die untere Donau zu den türkiſchen Schiffszügen verhandeln.“—
Damit warf er einen ſilbergefüllten Beutel, der für die andern Geſellen als Auszfluß der hochade⸗ ligen Herrlichkeit und Muniſicenz gelten ſollte, auf den Boden.
„Laßt Euch das Kleid immerhin anderswo machen, wenn Ihr dazu Luſt habt,“ entgegnete Georg;„ich arbeite für Euch keinen Stich mehr.“„Du mußt!“ ſchrie hier der alte Zunftmeiſter über die Weigerung Georg's gleichfalls erboſt dazwiſchen; aber ſchon war Georg, durch eine geſchickte Wendung dem Gertenhiebe des in größter Wuth auf ihn zuſtürzen⸗ den Achaz Willinger ausgewichen und aus der Stube entwichen, von welcher er der Sandſchütte der oberen Donau zuſteuerte, wo ſeine kranke Großmutter der Ankunft ihres Lieblings entgegenhartte.—
„Großmutter!“ rief er, in die ärmliche Stube tretend, und der Strohmatte zueilend, auf welcher die arme neunzigjährige Fran einen ſchwachen Schlum⸗ mer genoß.„Großmutter! Mit meinem kargen Ver⸗ dienſte in der Werkſtatt des Gildenmeiſters iſt es aus; laß mich mein Ränzel ſchnüren, und ins 1856. XVII. Ein d. Schneiderlein.. 2


