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„Nun, nun,“ beſänftigte der Zunftmeiſter; „nehmt dem armen Rarren, hochedler und gnädiger Herr, ſein jugendliches Aufbrauſen nicht ſonderlich übel. Der arme Burſche hat wirklich eine todtkranke ſchier neunzigjährige Großmutter, die ihn, da ſeine armen Eltern im Oberlande ihm keinen Deut geben können, bisher ernährte, im Waſſerhüttlein an der obern Sandſchutt liegen, und eben darum ſollte ich ja meinen, daß ihm die im Faſtnachtsſpiele als Bock⸗ könig zu verdienenden paar Schock guter Gröſchlein ein willkommener Fang wären, der da nicht alle Tag für ein kleines Schneiderlein, ohne anderer Schätze als Nadel und Scheere abfaällt.“
„Und nun, wirſt Du den Schwank durch Deine Perſon als Bockkönig orniren oder nicht?“ ſchrie der zornglühende Willinger, indem er mit dem ge⸗ waltigen Kupferſporen den Sand der Diele aufſtampfte.
Georg aber richtete ſich mit ſtolzer Entſchloſſen⸗ heit empor und den Ritter vom Kopfe bis zum Fuße meſſend, entgegnete er ein ruhiges:„Nein!“— „Nein?“ donnerte der Willinger.„Nein ſagſt Du? — gut; auf der Stelle will ich das rothe Kleid des Bockkönigs angefertiget haben, Meiſter! Befehlt
ihm Nadel und Scheere zu faſſen und flink zu ſein,
auf daß Morgen das Kleid vollendet daliege,


