Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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ſondern Gottesdienſt mit Opfergängen, dann den Jahrtag mit Tänzen und Gelagen, ſowie auch von den alten Bruderſchaften religiöſe Gaſtmäler ver⸗ anſtaltet wurden.*) Bei dieſen Gelagen wurden Ge⸗ lübde abgelegt, Fackeln und Kerzen angezündet ſo wie es jetzt noch bei den öffentlichen Prozeſſionen und Frohnleichnamsumzügen üblich iſt.

Auch die ſogenannte Aufdingung oder Aufnahme des Lehrlings iſt eine eigenthümliche uns überlieferte Erſcheinung jener Zeitperiode, in der das deutſche Innungsweſen blühte.

So verſchieden nun dieſe Innungsgebräuche waren, ſo komiſch waren ſie mitunter; wohl mochten ſie in jüngern Zeiten mehr zur Unterhaltung gedient haben; anfänglich aber hatten ſie ſicher einen tiefen Sinn.

Wie ſeltſam war zum Beiſpiel der Handwerks⸗ gebrauch der deutſchen Fleiſchhauer, ihre Lehrlinge nach vollendeter Lehrzeit in einem ſogenannten Brun⸗

nenkorbe voll Waſſer, wie ſie auf den Stadtplätzen

angebracht ſind, unterzutauchen; hiedurch wollte man eine Taufe oder Wiedergeburt andeuten, wo⸗ durch der Lehrjung als ein neues Geſchöpf auf⸗

*) Mone II. 138.